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Paris down under_ suburban exploration

nun isses bald soweit,.....
nach sechstagen recherchieren, dem kauf eines pariser freehandys, langen telefonanrufen, etlichen kilometern per fahrrad und zu fuss durch den städtischen jungel, verlaufen und verirren in den immer gleich sich anhörenden places und rues, treffen mit leuten in bars komm ich langsam demjenigen näher, der mir hilft in den pariser untergrund zu kommen.

pariser untergrund? welchen grund? welchen grund hat dies?
nunja, .... untergrund ist ja ne sache die man verschieden auslegen kann,....
subkultur? nö, isses nicht. dazu ist underground-culture viel zu hype,....
und abgedroschen.
unter grund a la metro? nö, im moment auch nicht. kennen ja zu viele leute, ... um ungefähr zu sein, millionen.

umder sache ein wenig mehr tiefe zu geben, sei erklärt,....

Ungefähr 30 Prozent der fläche von Paris sind durch steinbrüche unterhöhlt. Limestone vom feinsten.

Über eine Zeitspanne von fast 2000 Jahren lieferte der Untergrund von Paris sowohl die Steine, die für den Bau der Stadt erforderlich waren, als auch Gips und Ton. Der Abbau erfolgte zunächst in offenen Bergwerken und seit dem 12. Jahrhundert zunehmend unter Tage, in einer Tiefe von 5 bis 35 m. So entstand unter fast allen Pariser Arrendissemnonts (außer dem 1. bis zum 4ten, glücklicherweise wohne ich im 7ten) ein unterirdisches Stollennetz von ungefähr 250 km Länge. Zusätzlich dazu werden die Nebengänge, die auf den offiziellen Plänen der "Inspection des Carrières" als "carrière inexplorée" (unerforschter Steingang) geführt werden, auf eine Länge von etwa 100 km geschätzt .

Die Gefahren, die sich aus der massiven Unterhöhlung der Stadt ergaben führten dazu, dass ab 1600 erste Maßnahmen ergriffen wurden, mit dem Ziel die Stollen aufzufüllen. Diese blieben aber ohne Folgen. Erst nach einer Ordonnanz vom 30. April 1772 wurden erste Pläne erstellt, woraufhin die unerahnten Ausmaße der unter der Zollschranke "Barrière d'Enfer" entdeckten Hohlräume zu massiven Beschwerden der beunruhigten Bevölkerung führte.
1774 stürtzte ein 300 Meter langes stück der Rue d`Enfer (die Höllenstraße, der heutige Place Denfert-Rochereau) 30 meter in die tiefe.

Teile von Paris stand in gefahr einzustürzen. Die steine, die „wir oben sehen“, erklärte ein zeitgenössischer schreiber, „fehlen unter unseren füßen“.

Am 4. April 1777 wurde die "Inspection Générale des Carrières" (Generalinspektion der Steinbrüche) ins Leben gerufen. Noch 1782 schrieb Sébastien Mercier: "In den Mont-Rouge benachbarten Ebenen sieht man diese Räder sich drehen, die einen Durchmesser von 25 bis 30 Fuß haben, und welche die Steinbrüche erschöpfen" .

Nachdem mangels Sicherung der Hohlräume beim Abbau des Kalksteins der Untergrund an verschiedenen Stellen nachgegeben hatte und mehrere Straßenzüge eingebrochen waren, wurden die Steinbrüche kurze Zeit später geschlossen und im 18ten jahrhundert, als folge des bevölkerungswachstumes fortan als Beinhaus genutzt. Zu gunsten der Natur, der sichenden gesellschaft. Seuchen, hungersnöte und krankheiten hatten zu viele leichname gefordert und führten zu einer Überfüllung der Pariser Friedhöfe. Die Ruhefristen für Verstorbene verkürzten sich zusehends, weil dringend Platz für neue Tote geschaffen werden musste. Das Exhumieren nur halb verwester Leichen führte zu katastrophalen hygienischen Zuständen. 1779 erstickten angeblich mehrere Bewohner der Rue de la Lingerie am Gestank, der von dem benachbarten „Cimetière des Innocents“ herüberwehte. So wurde behördlicherseits verfügt, dass dieser Friedhof zu räumen und zu schließen sei.

Die dort exhumierten Gebeine wurden ab 1785 in die katakomben überführt. Durch einen Schacht in der Avenue du Président-René-Coty wurden sie in die Tiefe versenkt. Später wurden auch die Friedhöfe der Pfarrkirchen st. eustach und Saint-Landry geräumt. Zunächst bei der Vorgehensweise etwas unorganisiert begannen die Totengräber schließlich damit, Schädel und Knochen aufzuschichten und ihnen durch bestimmte Anordnung ein dekoratives Element zu verleihen.

Gedenktafeln und Holzkreuze kennzeichneten die Herkunftsfriedhöfe. Scheint nett, aber etwas unpersönlich, doch wer kanns ihnen verwehren, ....damals gab es noch keine datenbanken und genbanken.

Das ist der eigentliche eintritt, in die katakomben von paris, .....
Heute ist ein Teil der Katakomben für Besucher zugänglich, die die aufgeschichteten Knochen und Schädel besichtigen können. Der Hauptteil bleibt unzugänglich, zum Teil sind dort Versorgungsleitungen verlegt. Ein Trakt der Katakomben gehört der "Banque de France", sie hat dort den Goldschatz der französischen Nationalbank untergebracht.

Viele Leute wählen den eintritt zu den katakomben und unterirdischen gängen Paris durch die behördlich erlaubten institutionen. doch was ist denn schon pauschaler und obligater tourismus. da muss doch ein abenteuer her.

im bezirk "arrondissement 6", um genauer zu sein in St Germain ist der grösste teil der stadt unterhöhlt,..... aber nicht zugänglich. gesperrt, polizeilich verboten, die kanaldeckel versiegelt. und durch patroullen immer wieder nächtlich überprüft. das einzige was gelegentlich den zugang zu den unterirdischen gefielden der stadt kennzeichnet, sind kurze, klein, prägnante graffities. ein code, der den kataphilen die zugänge weist.



Die parise polizei hat zur absicherung der unterirdischen gefielden eine eigene polizeistaffel rekrutiert, die nächtlich ihre runden drehen, kanaldeckel kontrollieren, und gegebenenfalls, so hört man, in die beliebten ausstiegszonen tränengas einblasen, um die unterirdischen spaziergänger und eigenbrödler an einen ganz bestimmten punkt zu zwingen, um dort der pariser schaben und tunnelkriecher habhaft zu werden. doch weit gefehlt, .... als richtiger untergründler nimmt man selbst eine ladung bromaceton, sprich tränengas in kauf, um der strafe und der polizeilichen ahndung zu entgehen. schon alleine wegen der underground-würde.

nun ja, .... hab eben mit eric telefoniert, .... und ein treffen ausgemacht. mann muss sich ja vorher kennen lernen und sich bei einem bierchen in einer bar mal vorerst abchecken und sympatisch finden, um eine sache, wie an einer strassenecke in paris flux und geschwind durch einen kanaldeckel, durch einen schacht der oberfläche in 20 metern tiefe zu entschwinden.
mal seh´n wie´s wird. auf ein kleines suburbanes kletterabenteuer hoffend, ....

fortsetzung wird,
so hoffe ich folgen.

starhead / head-down
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And the World is Passing By

Wohlbehütet in unserer Gesellschaft. Der Mittelstand, 99,7 % unserer Gesellschaft. Mittelstand verspricht Sicherheit, Kariere, soziale Anerkennung und eigentlich, sosind wir uns doch ehrlich, gemässigten Wohlstand. Es lebt sich nicht schlecht in den Ländern unserer Europäischen Union. Doch die Ratten, die Menschen der Brücken und Parkbänke leben anders.





Man geht vorüber, stillschweigend in eine andere Richtung schauend, übersehend, diese Menschen nicht achtend. Ein verstohlener Blick, ein wenig schlechtes Gewissen und vorbei an demMann, oderder Frau. Und alles ist vorbei.Bis zum nächsten. Aber wenigstens werden sie aus den Touristenvierteln und Geschäftsvierteln verngehalten. Dort würde es stören.  Der Anblick dieser Menschen.




Das Wort Clochard leitet sich mutmaßlich von (frz.) clocher (dt. hinken) ab.

Im Deutschen verdankt sich der Gebrauch dieses Wortes wohl meist dem Wunsch, eine weniger abfällige und diskriminierende Bezeichnung für Penner zu verwenden. Clochard wird gelegentlich verwendet, wenn eine gedankliche Anspielung auf romantische, idealisierende Vorstellungen von Obdachlosigkeit erwünscht ist.




Einen solcherart glücklichen Clochard verkörperte zum Beispiel Jean Gabin in dem 1958 gedrehten Spielfilm Im Kittchen ist kein Zimmer frei (Original: (Archimède le clochard ) von Gilles Grangier, wo der Titelheld versucht die kalte Jahreszeit im Gefängnis zu verbringen, dies jedoch misslingt und er schließlich dem kalten Pariser Winter entflieht und in den Süden zieht.




Ein realitätsnahere Darstellung findet sich in Eric Rohmers Erstlingswerk Im Zeichen desLöwen (1959), einem der wichtigsten Werke der französischen "Nouvelle Vague". Das tagebuchartig erzählte Drama eines zweimonatigen Clochard-Daseins vermittelt trotz des Happyends keinen heiteren Lebensoptimismus, sondern liefert das kühle analytische Protokoll eines sozialen Abstiegs.




Obdachlosigkeit, Wohnungslosigkeit. Brücken, Hauseingänge, Baustellen, eine Parkanlage, eine Bank. Die Wohnzimmer der Obdachlosen.

Paris scheint dem Charm des Clochards Genüge zu tun. Zwischen Taubendreck, und Rattenkot, mit Alkohol betäubt schlafen sie, ... so sie nicht vertrieben, misshandelt, oder verjagt werden. Die lebenden Sterbenden im Untergrund.



Obdachlosigkeit als Folgen.
  • Krankheiten sind ständiger Begleiter dieser Menschen. Erkältungen, AIDS, Hautekzeme, Eiterherde und Abszesse am ganzen Körper, innere und äußere Pilzinfektionen, Frostbeulen und Erfrierungen, Krankheiten der Atemwege, Krankheiten durch Fehl- und Unterernährung sind gängige Symptomatiken derObdachlosigkeit.
  • Fehlende medizinische Betreuung, ungenügende ärztliche Untersuchungen, keine oder minderwertige Medikamente.
  • Unzureichende Hygiene, Unsauberkeit, mangelnde Waschgelegenheiten, schmutzige Kleidung, Gestank
  • Exposition gegenüber der Witterung wie zum Beispiel Hitze,Kälte, Regen,Schnee und mangelnde körperliche Erholung
  • Unzureichende Ernährung, Verzehr verdorbener Nahrungsmittel, Mangel an Vitaminen und Mineralstoffen, führt zu Auszehrung
  • Gewalttätige und sexuelle Übergriffe wie zum Beispiel Vergewaltigungen, Deibstahl und Raub, vereinzelt auch körperliche Gewalt bis zum  Totschlag und Mord
  • Veränderungen und Schädigungen des Charakters durch das "Leben auf der Straße" wie zum Beispiel "gelockerte Sitten" und Mangel anSelbstdisziplin,  Diskriminierung durch die  Bevölkerung,  Vereinsamung und Verzweiflung,  Widerstand der Obdachlosen gegen die übrige Bevölkerung, psychische Krankheiten wie Psychosen,Shizophrenie undDepressionen, Abhängigkeit von Drogen
  • Suchtverhalten und Abhängigkeit von Drogen sowie Delinquenz sind möglich, zum Beispiel "Beschaffungskriminalität", Raub und Diebstah



Sozialpsychologen gehen davon aus, dass sich bereits nach einem halben Jahr "auf der Straße" der Charakter des Obdachlosen nachhaltig verändert, was die  Resozialisierung erschwert. Es besteht die Gefahr eines Teufelskreises aus Abwehrreaktion der übrigen Bevölkerung, Verzweiflung und Widerstand der Obdachlosen gegen bürgerliche Menschen.




Sterbe ohne Nachruf ......

Viele Obdachlose erleben, dass ihre Freunde nach dem Tod auf ordnungsbehördliche Anweisung hin eingeäschert und anonym beigesetzt werden. Dieser aus finanziellem Kalkül praktizierten Lösung wird immer mehr durch Aktionen widersprochen. So fand sich in Köln 1997 eine Interessengemeinschaft Bestattung Obdachloser Menschen zusammen, die unter Leitung des Kölner Bestatters Thomas Kremer eine Grabstätte kaufte und dort Urnen, die ursprünglich zur anonymen Beisetzung vorgesehen waren, beisetzte, für eine gärtnerische Grabpflege sorgte und Grabsteine mit Namen anfertigen ließ. Wer im Leben schon wenig Spuren hinterlassen hat, soll wenigstens im Tod nicht spurlos verschwinden. Inzwischen sind in der durch Spenden finanzierten Grabstätte über 160 Urnen von Obdachlosen beigesetzt. Die Gräber werden oft und gerne besucht, hilft es doch allen Betroffenen, ihre Trauer und Sorge um den Verbleib entsprechend zu verarbeiten.





Und die Welt geht vorüber.


S


Text: Teile Wikipedia, Starhead
Bilder: Starhead (c)

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camping in paris ~ Die Kinder Don Quichotes

Frankreichs Mister Premierminister Villepin kündigte ein gesetz an, welches ein recht auf wohnen einklagbar machen soll.
Der Kampf gegen obdachlosigkeit in Paris begann.
Im zuge der medienkampagne haben " die kinder von don quichote" dutzende von einmann-igluzelte entlang der
Seine aufgestellt und wohnen dort. inmitten der strassen, am rande der Seine, neben den kaffees und dem ständigen verkehr.
Obdachlosigkeit und heimelige häuslichkeit im urbanen jungel.
Gaskocher und einen alten vergammelten "charles-und-ray-eames-sessel", irgendwo ausgegraben, wo ihn keiner mehr brauchte.
Die problematik der obdachlosigkeit macht sich selbst zum wahlkampfthema.
Politiker und journalisten wurden eingeladen eine nacht aus solidarität in den zelten zu verbringen.
Vielen menschen die ein zu hause haben, gingen dort hin, aus solidarität.
Politiker, .... um einige hände zu schütteln und einiges lächeln der presse zu vermitteln. zumindest anwesenheit.






Kürzlich, oder in alten tagen abgeschaft die todesstrafe. und nun macht ein zukünftiges gesetz den staat zum garanten
auf das recht und den erhalt einer wohnung. schön,... lang lebe frankreich!
ab ende 2008 will Villepin das gesetz umsetzen, für arme, minderbemittelte, alleinerziehende mütter und obdachlose.
gutes gelingen und schwache widersacher sei ihm gewünscht. die wahlen sind ja schon bald in sechs wochen etwa,
ab schreiben dieses blogs. im april.





in einer zweiten ettape will Villepin das gesetz ausbauen und für alle unwürdigen wohnungsbehauser eine anwürdige
unterkunft bereitstellen. es bleibt zu hoffen, die ansässige und weiterreichende bauindustrie und ökonomie dieser stadt
und des landes sich in solchem masse darüber erfreut und steigert, so wie sich Villepin für sein vorhaben einsetzt.





seit 1946 ist das recht auf wohnung in frankreich als soziales recht anerkannt, aber nicht einklagbar.
es sind zur zeit nach öffentlichen statistiken über 90.000 menschen obdachlos.
Humanitäre organisationen sprechen von etwa 3 millionen menschen.



>> un toit cest un droit ---- a roof is a right <<
>> EMMAUS Freedom <<
>> Soutie les sdf ---unterstützt die obdachlosen (SDF = sans domicile fixe = die, die kein ständiges obdach haben) <<


Emmausist eine foundation die von Abbe Pierre gegründet wurde. Abbe Pierre half im jahre 1954
während einem derschrecklichsten winter vielen obdachlosen dem tode zu entrinnen. er starb heuerim jahre 2007 ,
aber seine arbeit lebt in emmaus weiter.

die kinder des don quichote stehen emmaus sehr nahe,
in ihrem bestreben den notleidenden und heimatlosen menschen zu helfen.

durch die gestartete kampagne der "Kinder von Don Quichote" ist nun das thema der obdachlosigkeit
zu einem kernthema der politischen wahlen im frühjahr geworden.





Nicolas Sarkozy möchte sein versprechen wahrmachen, dass es in zwei jahren keine obdachlose mehr geben soll.
sofern er die wahl gewinne. nun, ... wie dem auch sei, .....
und seine politische herausforderin
Segolène Royal verspricht einen umfassenden plan zur bekämpfung der sozialen
unsicherheit und problematik in dieser hinsicht.



[Mr. Alan, irak, lehrer für geographie und englisch, fünf sprachen, zelt 54 b ]


wer gewinnt räumt ab.
so sei es, .....
vive la france.
star_head
(thanks and props to mademoiselle Severine Rousset)

starhead.at/galleries
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